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Meta-Klage schockiert: So verdient Facebook an Betrug

Meta-Klage schockiert: So verdient Facebook an Betrug

Die Consumer Federation of America (CFA) hat eine Sammelklage gegen Meta Platforms eingereicht. Der Vorwurf wiegt schwer: Der Tech-Konzern soll wissentlich von Betrugsanzeigen auf Facebook und Instagram profitiert haben, und das auf Kosten seiner eigenen Nutzer.

CFA-Klage: Meta Facebook Klage erschüttert die Branche

Stellen Sie sich vor, Sie scrollen durch Ihren Facebook-Feed und sehen eine Anzeige, die Ihnen einen staatlichen Zuschuss von 1.400 Dollar verspricht, personalisiert auf Ihr Geburtsjahr. Was wie eine offizielle Förderung wirkt, ist in Wirklichkeit ein Betrug. Und laut der neuen Klage soll Meta genau gewusst haben, dass solche Anzeigen täglich millionenfach ausgespielt werden.

Die CFA-Klage wurde am 21. April 2026 beim Superior Court in Washington, D.C. eingereicht, im Namen lokaler Facebook-Nutzer. Rechtliche Grundlage ist der D.C. Consumer Protection Procedures Act (CPPA), der unlautere und irreführende Handelspraktiken ausdrücklich verbietet. Die CFA wirft Meta vor, Nutzer systematisch getäuscht zu haben: Öffentlich versprach der Konzern, entschieden gegen Betrugsanzeigen vorzugehen, intern wurden jedoch Richtlinien verfolgt, die genau das Gegenteil bewirkten.

Besonders brisant sind die Zahlen dahinter. Laut internen Unterlagen soll Meta für 2024 selbst prognostiziert haben, dass mehr als 10 Prozent seines Gesamtumsatzes, rund 16 Milliarden Dollar, aus Betrugsanzeigen, illegalem Glücksspiel und der Werbung für verbotene Waren stammten. Statt riskante Werbetreibende zu sperren, soll Meta ihnen höhere Tarife berechnet haben, um noch mehr an ihnen zu verdienen.

Die Parallele, die die CFA zieht, ist erschütternd: 16 Milliarden Dollar entsprechen exakt dem Betrag, den Amerikaner im Jahr 2024 durch Online-Betrug verloren haben. Insgesamt verlieren US-Verbraucher jährlich rund 119 Milliarden Dollar durch Online-Scams. Besonders betroffen sind die Einwohner von Washington, D.C., mit schätzungsweise 2,1 Milliarden Dollar pro Jahr, dem höchsten Pro-Kopf-Wert im gesamten Land.

Laut CFA zeigte Meta seinen Nutzern täglich bis zu 15 Milliarden „hochriskante“ Betrugsanzeigen. Die Klage stützt sich zudem auf Berichte über chinesische Werbevermittler, die über von Meta autorisierte „Agenturkonten“ massenhaft Betrugsanzeigen schalten konnten. Meta soll dieses System aktiv geschützt haben, obwohl intern bekannt war, dass es betrügerischen Aktivitäten Vorschub leistete.

Meta hat die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, die Anschuldigungen würden die Realität seiner Arbeit verzerren. Das Unternehmen verwies auf verstärkte Maßnahmen zur Verifizierung von Werbetreibenden sowie ein Verbot von Finanzanzeigen, die Nutzer auf private Messaging-Dienste umleiten. Nutzerbeschwerden über Betrugsanzeigen seien 2025 weltweit um 58 Prozent gesunken. Der Konzern steht derzeit ohnehin unter erheblichem Druck: Erst kürzlich machte Meta mit geplanten Massenentlassungen im Mai 2026 Schlagzeilen, bei denen rund 8.000 Stellen gestrichen werden sollen.

Die CFA fordert Schadensersatz für betroffene Nutzer, die Rückzahlung illegaler Gewinne sowie eine gerichtliche Unterlassungsverfügung gegen weitere Verstöße. Das Verfahren soll als Geschworenenprozess geführt werden. Die Organisation betont dabei ausdrücklich: Weder der US-Kongress noch die Trump-Administration haben Meta bislang wirksam zur Rechenschaft gezogen. Die direkte Klage sei der einzig verbleibende Weg, um Verbraucher zu schützen.

Die Facebook Meta Klage könnte weitreichende Folgen für die gesamte Branche haben. Denn wenn ein Gericht bestätigt, dass Meta seine Nutzer bewusst getäuscht hat, stellt sich eine unbequeme Frage: Wie glaubwürdig sind die anderen Versprechen des Konzerns? Meta verkauft seinen Nutzern seit einiger Zeit verifizierte Accounts gegen monatliche Gebühr als Sicherheitsmerkmal. Vertrauen lässt sich eben nicht so einfach kaufen.

Blogger in Charge bei Futurebiz, Speaker, Autor und Senior Digital & Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. Jan Firsching berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien. Zu Futurebiz ConsultingBlogger in charge at Futurebiz. Speaker, author and senior digital & social media consultant at the BRANDPUNKT agency. Jan Firsching advises brands and companies on the development and implementation of digital and social media strategies.

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